Fraueninitiative e.V.

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04. Dezember 2012

Tafeln sind auf Spenden angewiesen

Lebensmittelausgabe: Viele Firmen verkaufen Überschüsse günstiger, statt sie abzugeben 

Schwarzenbek (bz). Immer mehr Bedürftige, ein geringeres Spendenaufkommen und steigende Energiekosten machen den Tafeln im Kreisgebiet zu schaffen. Davon berichtet der neue Vorsitzende der Schwarzenbeker Tafel Klaus Grünberg: ,,Viele Supermärkte, aber auch die Produzenten verkaufen ihre Uberschüsse jetzt selber zu günstigeren Preisen." So gibt es für die etwas 200 Tafelkunden aktuell keinen Tiefkühlfisch, den zuvor eine Lüneburger Firma zur Verfügung stellte.

Viele Firmen verkaufen Überschüsse günstiger, statt sie abzugeben 

Die Energiekosten bereiten der Einrichtung hingegen geringere Probleme: Durch eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach produziert die zum DRK gehörende Tafel ihren Strom weitgehend selber. ,,Die Spritkosten können noch über die Kundeneinnahmen gedeckt werden“, sagt DRK-Geschäftsführer Stefan Fehrmann: Pro Einkauf zahlen Tafelkunden in Schwarzenbek einen Euro. Investitionen sind hingegen nur noch über Spenden möglich: So muss die Tafel auf Anweisung des Ge sundheitsamtes ihre alten Bierzelt-Klapptische, auf denen die Lebensmittel abgestellt werden, gegen neue Tische aus Kunststoff und Edelstahl tauschen. Kosten: rund 4000 Euro.

Auch die Lauenburger Tafel verzeichnet bei den Ausgabetagen mit 90 Nutzem eine leicht steigende Tendenz. Jeder Besucher nimmt durchschnittlich Lebensmittel für vier Personen mit. Problematisch ist die Spendensituation, speziell für das ausschließlich über Spenden finanzierte Schulfrühstück an der Weingartenschule. Auf 5000 Euro ist das Minus in diesem Jahr angewachsen.

Geldspenden werden auch bei der Geestküche in Geesthacht gebraucht. Deren Mitarbeiter kochen 20 bis 25 Essen pro Tag für Bedürftige. Außerdem kommen jeden Donnerstag über 100 Menschen zur Ausgabestelle hinter dem Sozialkaufhaus, um Lebensmittel abzuholen. ,,Wir müssen vieles zukaufen, weil Lebensmittel fehlen", sagt Annemarie Arg·ubi·Siewers von der Fraueninitiative.


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