Fraueninitiative e.V.

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19. März 2013

Netzwerk gibt Alleinerziehenden Tipps für Alltag und Beruf

Neue Homepage bietet Überblick über Angebote in Stormarn

Bad Oldesloe Rund 1,6 Millionen alleinerziehende Mütter und Väter leben in Deutschland. Oft haben sie es schwer, Familie und Beruf zu vereinbaren: Allein in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg sind 11.500 Alleinerziehende beim Jobcenter und der Arbeitsagentur registriert, die Hilfe dabei benötigen, Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen, Mehr als 90 Prozent von ihnen sind Frauen.

Das Wirksame Netzwerk für A1leinerziehende (WiNetA), ein Zusammenschluss von Institutionen, Behörden und Verbänden in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn, setzt sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Alleinerziehenden in der Region ein. WiNetA hat jetzt eine neue Internetseite errichtet, die Tipps und Orientierung in verschiedenen Lebenssituationen bieten soll.

„Die Schwerpunktthemen der Internetseite resultieren aus der täglichen Arbeit der Netzwerkakteure“, sagt die Projektkoordinatorin Sonja Redmann. „Unter www.wineta-net.de erhalten Alleinerziehende Kontaktdaten wichtiger Ansprechpartner und können sich selbst über Angebote wie zum Beispiel eine Teilzeitausbildung schlau machen."

Bei der Suche nach Kinderbetreuung hilft das Kita-Portal

„Die konkreten Ansprechpartner und das gezielte Darstellen von Möglichkeiten, die sich für einen Alleinerziehenden ergeben, sollen die Scheu davor nehmen, nachzufragen und sich aktiv um einen Wiedereinstieg ins Berufsleben zu kümmern", sagt die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur Bad Oldesloe, Claudia Osada.

Ein besonders wichtiges Thema sei die Kinderbetreuung. „Wenn diese nicht gesichert ist, wollen und können alleinerziehende Mütter und Vater nicht berufstätig sein", so Redmann. Bei der Suche nach einer geeigneten Betreuung könne in Stormarn das so genannte Kita-Portal helfen. „Dort sind alle Einrichtungen des Kreises vermerkt", sagt Redmann.

Arbeitgeber sollten Arbeitszeiten und -orte familienfreundlicher gestalten

Und auch für die Arbeitgeberseite halte die Website hilfreiche Informationen bereit. „Die Aufgabe von WiNetA ist es auch, die Arbeitgeber für familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu sensibilisieren", sagt Redmann.

Das bestätigt auch Stormarns Gleichstellungsbeauftragte Birte Kruse-Gobrecht. „Unflexib1e Arbeitszeiten und -orte erschweren den Spagat zwischen Familie und Beruf", sagt sie. Und weiter: „Eine Veränderung am Arbeitsmarkt ist dringend nötig. Die Arbeitsplätze müssen familienfreundlicher. werden.“

Viele Unternehmen seien zwar auf dem richtigen Weg, in der Umsetzung gebe es allerdings noch Defizite. „Und das, obwohl sich in der Gruppe der Alleinerziehenden viele Fachkräfte befinden, die dringend gebraucht würden", so Kruse-Gobrecht.

Der Fachkräftemangel, so vermutet Projektleiterin Alexandra Schaumann-Visarius, sei es aber auch, der schließlich den Fortschritt beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf bewirke. Sie sagt: „Der Arbeitsmarkt kann es sich nicht mehr leisten, gut ausgebildete Mütter und Vater, die für ihr Kind aus dem Berufsleben ausgestiegen sind, nicht wieder zu integrieren." (mca)

aus dem Hamburher Abendbaltt


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